Fortbildungsangebote
Folgende Vorträge,
Weiterbildungsreihen und/oder Workshops zur pädagogischen und
beratenden Arbeit mit gewalterfahrenen Mädchen und Frauen und zum
professionellen Umgang mit dem gesellschaftlichen Phänomen
sexualisierter Gewalt können bei uns angefragt werden.
1. Vom Schweigen
zum Handeln
- Sexualisierte Gewalt im professionellen Alltag -
Eine Einführungsveranstaltung mit
einer sprachlichen Analyse und den verschiedenen Definitionen rund um
das Thema sexualisierte Gewalt. Anhand des Konzeptes von Wildwasser
Bielefeld e.V. werden pädagogische und beratende Angebote, lokale
Hilfsangebote und soziale Netzwerke vorgestellt.
Darüber hinaus werden auf der Grundlage theoretischer Ansätze
lösungsorientierte Interventionsmöglichkeiten für
unterschiedliche - psychosoziale - Felder erarbeitet und diskutiert.
Insbesondere die spezifischen Erfordernisse im beratenden Kontext
werden ausführlich heraus gearbeitet.
2. Zur Konstruktion
von Bildern in den Medien
Während sexualisierte Gewalt gegen
Mädchen und Frauen über Jahrzehnte stark tabuisiert war, hat
die Thematik momentan in den Medien Konjunktur, wird zum
Medienereignis, das in Form von plakativen Überschriften und
Kinderfotos aufgearbeitet und vermarktet wird. Durch die - häufig
sensationsheischende und spektakuläre - Berichterstattung,
zementieren Medien gesellschaftliche Klischees und es werden Bilder
produziert, die über die gesellschaftliche und professionelle
Ebene hinaus, bis in die Eigenwahrnehmung der Betroffenen hinein wirken.
Im Rahmen der Veranstaltung werden verschiedene Zeitungsartikel
analysiert und die Folgen der Berichterstattung für den
spezifischen Umgang mit dem Phänomen "Sexualisierte Gewalt in der
Kindheit" heraus gearbeitet.
3. "Wenn sexualisierte Gewalterfahrungen die
Biographie ver-rücken"
- Zum Zusammenhang von Missbrauch und psychischen Krisen -
Seit langem ist bekannt, daß
sexualisierte Gewalt die physische und psychische Integrität von
Mädchen und Frauen bedroht, daß Gewalt Körper, Geist
und Seele ver-rücken kann: Suizidale Krisen, psychotische
Episoden, Depressionen u.a.m. können die Folge sein.
Gleichzeitig erfahren wir in der praktischen Arbeit, daß den
Frauen häufig die notwendigen finanziellen und persönlichen
Ressourcen fehlen. Es fehlen soziale Orte außerhalb der
standardpsychiatrischen Versorgung, die den Wunsch der Frauen
berücksichtigen, nach allem, was sie überlebt haben, nicht
auch noch als psychisch krank oder verrückt abgestempelt zu
werden.
Im Rahmen des Workshops wird der Zusammenhang von sexualisierten
Gewalterfahrungen und Psychiatrisierung analysiert und das Konzept des
Wildwasser-Cafés, einem Kontakt- und Treffpunkt für Frauen
mit und ohne Psychiatrieerfahrungen, vorgestellt. Folgende Themen
werden bearbeitet: Möglichkeiten und Grenzen in der
Treffpunktarbeit mit traumatisierten Frauen, Ressourcenaktivierung und
Kontaktförderung im pädagogischen Ansatz, der Einsatz von
kreativen Elementen und die Reflexion der pädagogischen Leitung.
4. Neue Wege nach
dem Trauma
- TRIMB, eine "neue" Technik der Traumabearbeitung
Neuere Forschungsergebnisse legen nahe, dass Traumata in den
archaischen Teilen des Gehirns gespeichert werden. Dieser Annahme
folgend bekommt der Körper eine wichtige Funktion bei der
Auflösung von
Traumata und wird somit auch stärker in den therapeutischen
Prozess
miteinbezogen.
In diesem Vortrag wird die Technik TRIMB (Trauma Recapitulation with
Imagination, Motion and Breath) vorgestellt und das zugrunde liegende
Traumakonzept erörtert. Möglichkeiten und Grenzen der
Anwendung werden
kritisch reflektiert und diskutiert.
5. Sexualisierte Gewalt in der
Lebensgeschichte alter Frauen
Obwohl über sexualisierte
Gewalt gegen Frauen in
den letzten Jahren öffentlich immer mehr gesprochen wurde, finden
die
speziellen Erfahrungen alter Frauen meistens keine Erwähnung.
Traumatische Erfahrungen wie Vergewaltigung in der Ehe, sexualisierte
Gewalt in der Kindheit, frauenspezifische Kriegserlebnisse,
Zwangsprostitution nach 1945 etc. werden kaum benannt oder gar
aufgearbeitet.
Die Referentin beschreibt, aus ihren Erfahrungen in der Altenpflege,
wie viele alte Frauen auch heute noch mit psychischen und physischen
Symptomen auf diese Gewalterlebnisse reagieren. Demgegenüber
stehen
häufig Fehldiagnosen seitens der Professionellen im
Gesundheitsbereich,
da die eigentlichen Ursachen von herausgebildeten Krankheitssymptomen
als Traumafolgestörungen nicht erkannt werden.
In dem Workshop bzw. nach dem Vortrag wird die
Gelegenheit sein, sich über Unterstützungsmöglichkeiten
in Pflege und
Beratung und über die besonderen Umstände älterer und
alter Frauen
auszutauschen.
6. Sexualisierte Gewalt gegen
Mädchen und Frauen mit Beeinträchtigungen
Vier von sieben Frauen mit Behinderung
werden Opfer sexualisierter Gewalt Je offensichtlicher ein Mädchen
/ eine Frau körperlich oder geistig beeinträchtigt ist, um so
größer wird das Tabu, dass sich um dieses Thema legt. Da wo
die Abhängigkeit von Anderen groß ist, das
Selbstwertgefühl oftmals klein und die gesellschaftliche
Aufmerksamkeit schwach, da ist der sexualisierten Gewalt die Tür
am weitesten geöffnet.
Veranstaltungsort:
Nach Absprache können die Veranstaltungen in Ihrer Einrichtung
oder in den Räumen der Anlauf- und Beratungsstelle Wildwasser
Bielefeld e.V. stattfinden.
Referentinnen:
Wildwasser Bielefeld, N.N.
Modalitäten:
Die Weiterbildungsangebote können als Vortrag, Weiterbildungsreihe
oder Workshop angeboten werden.
Das Honorar ist abhängig von der Veranstaltungsform und dem
zeitlichen Umfang.
Werbung, Veranstaltungsort, -termine werden nach Absprache vereinbart.
Auf Wunsch erhalten die TeilnehmerInnen eine Teilnahmebescheinigung!