Projekt „wiwa:weiter – sexualisierte Gewalt und geschlechtliche Vielfalt“

Als spezialisierte Fachberatungsstelle mit 30 Jahren Erfahrung zum Themenfeld "Sexualisierte Gewalt in der Kindheit und Jugend" wollen wir den Weg der feministischen Beratungsarbeit weitergehen und unsere Beratungs- und Unterstützungsangebote für und mit trans*, inter* und nichtbinären Menschen weiterentwickeln.

Mit der Erweiterung unserer Zielgruppe wollen wir ein Zeichen setzen, gesamtgesellschaftlich für die Gleichstellung aller Geschlechter, für Selbstbestimmung und die Anerkennung vielfältiger Identitäten eintreten und mit unseren Angeboten einen aktiven Beitrag zur psychosozialen Versorgung queerer Menschen leisten.

Das vom DHW geförderte dreijährige Projekt „wiwa:weiter – sexualisierte Gewalt und geschlechtliche Vielfalt“ bietet uns den Rahmen, uns diesem Prozess intensiv zu widmen – mit dem Ziel, die geschaffenen Strukturen, Konzepte und Kompetenzen dauerhaft und selbstverständlich in unsere Arbeit einfließen zu lassen.

Neben der teaminternen Sensibilisierung, Erhebung von Bedarfen, Konzeptentwicklung und -erprobung sowie regionalen und überregionalen Kooperationen planen wir öffentlichkeitswirksame Aktionen, um für das Themenfeld zu sensibilisieren und allgemeine sowie fachliche Diskurse anzuregen.

Von zentraler Bedeutung ist die aktive Beteiligung queerer Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven in allen Phasen des Projekts. Als Expert*innen in eigener Sache sind alle Menschen, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erlebt haben und deren geschlechtliche Erfahrung außerhalb der cis- / endogeschlechtlichen Norm liegt, eingeladen, ihre Perspektiven einzubringen. Dies kann über die Bearbeitung von Fragebögen, persönliche Gespräche, Diskussionsrunden oder auch die kurz- bis längerfristige Mitarbeit auf Honorarbasis geschehen.

Bei Interesse an einer Beteiligung am Projekt, ebenso wie mit Beratungsanfragen, können Sie sich ab sofort an folgende Emailadresse wenden: l.speich@wildwasser-bielefeld.de

Neuigkeiten zum Projekt werden an dieser Stelle, bei instagram und Facebook veröffentlicht.

TIN+ Telefonsprechstunde

Seit 22. Mai gibt es bei uns zusätzlich zu den allgemeinen Telefonberatungszeiten eine Telefonsprechstunde für trans*, inter* und nichtbinäre Personen sowie alle, die sich von dem Angebot angesprochen fühlen.

Wieso ein extra TIN+ Telefon?

Zunächst mal: Alle trans*, inter*, nichtbinären, genderqueeren, agender … Personen können sich selbstverständlich auch in den allgemeinen Telefonsprechzeiten dienstags und donnerstags bei uns melden.

Im Rahmen unseres Projekts wiwa:weiter haben wir Menschen, die trans*, inter*, nichtbinär, agender oder genderqueer sind, nach ihren Erfahrungen und Wünschen in Bezug auf die Gestaltung unserer Anlauf- und Beratungsstelle gefragt. Hierbei wurde uns auch immer wieder von diskriminierenden Erfahrungen in Kontexten berichtet, welche eigentlich stärkend wirken sollen. Dies führt teilweise dazu, dass Beratungsangebote nicht mehr wahrgenommen werden und strukturelle Ausschlüsse entstehen.

Menschen mit unterschiedlichsten geschlechtlichen Positionierungen haben daher den Wunsch nach Angeboten formuliert, bei denen sie sicher sein können, in ihrer Selbstbestimmung respektiert zu werden und mit ihrer Identität, ihrer Geschichte, ihrem Körper, Namen und Pronomen willkommen zu sein.

Während wir als gesamte Anlauf- und Beratungsstelle auf dem Weg dahin sind, diesen Rahmen in allen Angeboten zu etablieren, möchten wir mit der TIN+ Telefonsprechstunde einen ersten Zugang ermöglichen.

Hier kannst du sicher sein, mit einer Person zu sprechen, die für mögliche Belange von trans*, inter* und nichtbinären Personen, die von sexualisierter Gewalt betroffen sind, sensibilisiert ist.

Die Beratung kann auf Wunsch anonym stattfinden und selbstverständlich muss sich niemand outen, um das TIN+ Telefon zu nutzen.

TIN+ Telefon:

Montags 11 - 12 Uhr

Mittwochs 13 - 14 Uhr

Telefonnummer: 0521 5573466

Ergebnisse der wiwa: weiter Bedarfserhebung

Als spezialisierte Fachberatungsstelle mit 30 Jahren Erfahrung zum Themenfeld "Sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend" haben wir uns auf den Weg gemacht, unsere Beratungs- und Unterstützungsangebote für und mit trans*, inter*, nichtbinären und genderqueeren Menschen, die in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben, weiterzuentwickeln. Um die Angebote den Bedarfen entsprechend gestalten zu können, haben wir zu Beginn des Jahres 2023 eine Bedarfserhebung in Form einer Online-Umfrage, sowie analog in Papierform durchgeführt. Dabei gingen wir der Frage nach:

„Welche Wünsche und Anforderungen haben trans*, inter*, nicht-binäre und genderqueere Menschen an eine Anlauf- und Beratungsstelle zum Thema sexualisierte Gewalt in Kindheit und Jugend?“

Entsprechend der Fragestellung richtete sich der Fragebogen in erster Linie an Menschen, die selbst trans*, inter*, nichtbinär, agender, genderqueer... sind und in ihrer Kindheit oder Jugend sexualisierte Gewalt erlebt haben.

Wir freuen uns, die zusammengefassten Ergebnisse nun allen Interessierten jetzt hier als Download zur Verfügung stellen zu können und bedanken uns herzlich bei allen TIN+ Personen, die teilgenommen haben, für ihre Expertise und das Teilen von Wünschen, Erfahrungen und Bedarfen!

Wiwa:weiter - Info- und Netzwerktag am 27.05.2024

Gemeinsam haben wir die Zwischenergebnisse des Projekts „wiwa:weiter – sexualisierte Gewalt und geschlechtliche Vielfalt“ angeschaut und diskutiert.

Das Projekt wiwa:weiter beschäftigt sich mit der Öffnung unserer Anlauf- und Beratungsstelle für trans*, inter*, nichtbinäre und alle anderen Menschen, deren Geschlecht von den zweigeschlechtlichen Erwartungen unserer Gesellschaft abweicht. Zur Mitte der Projektlaufzeit haben wir am 27.05.2024 von 11.30-15.30 Uhr Einblicke in die Ergebnisse unserer Bedarfserhebung und den Stand unserer Angebote und des Öffnungsprozesses gegeben.

Danke für den regen Austausch und eure & Ihre Perspektiven!